Zahlungsziele richtig setzen: Zwischen Kundenfreundlichkeit und Liquidität
Das Zahlungsziel ist ein Kredit, den Sie Ihren Kunden geben – meist zinslos und oft unbedacht. Wer es bewusst gestaltet, verbessert seine Liquidität, ohne Kunden zu verlieren.
Kürzer ist meist besser als gedacht
Viele Unternehmen gewähren 30 Tage aus reiner Gewohnheit. Studien zum Zahlungsverhalten zeigen aber: Kunden zahlen relativ zum gesetzten Ziel – wer 14 Tage vorgibt, bekommt sein Geld im Schnitt deutlich früher als mit 30 Tagen, bei kaum messbarem Kundenwiderstand. Entscheidend ist die klare Kommunikation ab Angebot, nicht erst auf der Rechnung.
Gesetzliche Leitplanken im B2B
Zwischen Unternehmen sind Zahlungsfristen über 60 Tage nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart und für den Gläubiger nicht grob unbillig sind. Verlangt ein Großkunde 90 oder 120 Tage, ist das verhandelbar – und im Zweifel unwirksam. Öffentliche Auftraggeber dürfen maximal 30 Tage vereinbaren.
Kalendermäßig formulieren, Verzug automatisieren
„Zahlbar bis 15.08.2026“ schlägt „zahlbar innerhalb von 14 Tagen“: Die kalendermäßige Fälligkeit lässt Verzug ohne Mahnung eintreten und erspart den Streit um den Rechnungszugang. Kombiniert mit einem Hinweis auf die 30-Tage-Regel bei Verbrauchern ist die Rechnung damit rechtlich optimal aufgestellt – und der Weg zum Inkaso bei Nichtzahlung frei von Formfragen.