Forderungsmanagement

Risikomanagement bei Neukunden: Umsatzchance oder Ausfallrisiko?

Jeder Neukunde ist ein Vertrauensvorschuss – und genau darauf spekulieren Zahlungsunwillige und Betrüger. Ein schlankes Prüfschema trennt gute Umsatzchancen von teuren Fehlgriffen, ohne ehrliche Kunden zu vergraulen.

Identität vor Bonität

Die beste Bonitätsprüfung nützt nichts, wenn die Identität nicht stimmt: Existiert die Firma im Handelsregister? Passen Rechnungs- und Lieferadresse zusammen? Ist die angegebene E-Mail-Domain die des Unternehmens oder ein Freemail-Konto? Gerade im E-Commerce sind abweichende Lieferadressen und Eilbestellungen hochwertiger Ware klassische Betrugsmuster.

Abgestufte Zahlungsarten statt Alles-oder-Nichts

Neukunden müssen nicht sofort auf Rechnung kaufen dürfen: Erst Vorkasse oder Sofortzahlung, nach zwei, drei reibungslosen Geschäften Rechnungskauf mit niedrigem Limit, später volle Konditionen. Diese Progression ist branchenüblich, für ehrliche Kunden nachvollziehbar – und sie begrenzt den maximalen Schaden automatisch.

Wenn es doch schiefgeht: schnell handeln

Fällt ein Neukunde gleich bei der ersten Rechnung aus, ist das ein Alarmsignal – hier verbietet sich geduldiges Mahnen. Kurze Mahnfolge, dann sofortige Übergabe ans Inkasso: Bei Betrugsverdacht zählt jede Woche, bevor der Schuldner weiterzieht. Die Erkenntnisse fließen zurück in die eigenen Prüfregeln – so wird jedes Ausfallereignis zur Verbesserung der Prävention.

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