Für Schuldner

Inkassobrief erhalten: Was Sie jetzt tun sollten – und was nicht

Ein Inkassoschreiben im Briefkasten löst bei den meisten Menschen Stress aus. Die gute Nachricht: Mit einem kühlen Kopf und drei einfachen Schritten haben Sie die Situation schnell im Griff.

Schritt 1: Prüfen statt panisch zahlen – oder ignorieren

Nehmen Sie sich zehn Minuten: Kennen Sie den genannten Gläubiger? Stimmt die Forderung – haben Sie die Ware oder Leistung erhalten? Ist der Betrag plausibel aufgeschlüsselt in Hauptforderung, Zinsen und Kosten? Ein seriöses Schreiben beantwortet all diese Fragen. Beide Extremreaktionen sind falsch: ungeprüft zahlen genauso wie den Brief in die Schublade legen.

Schritt 2: Bei berechtigter Forderung – zahlen oder Raten vereinbaren

Ist die Forderung korrekt, gilt: Je früher Sie zahlen, desto geringer die Kosten. Nutzen Sie den QR-Code oder das Online-Portal mit Ihrem Aktenzeichen – dort stehen alle Zahlwege von Überweisung bis PayPal bereit. Reicht das Geld nicht, beantragen Sie Ratenzahlung oder Stundung; seriöse Inkassounternehmen wie Fortis bieten das aktiv an. Wichtig: Zahlen Sie an das Inkassounternehmen, nicht an den ursprünglichen Gläubiger – sonst riskieren Sie Zuordnungsprobleme.

Schritt 3: Bei Zweifeln – schriftlich widersprechen

Halten Sie die Forderung für falsch, widersprechen Sie schriftlich und begründen Sie konkret: Ware nie bestellt, bereits bezahlt (Beleg beifügen!), Betrag falsch berechnet. Bei Verdacht auf Identitätsdiebstahl zusätzlich Strafanzeige erstatten. Ein begründeter Widerspruch stoppt bei seriösen Anbietern das Verfahren bis zur Klärung – und ein Schufa-Eintrag ist bei bestrittenen Forderungen unzulässig.

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