Für Schuldner

Inkassoschreiben prüfen: Die 6-Punkte-Checkliste für Empfänger

Bevor Sie zahlen oder widersprechen, prüfen Sie: Ist das Schreiben echt, das Unternehmen seriös, die Forderung korrekt? Sechs Punkte genügen für eine belastbare Einschätzung.

Punkte 1–3: Absender und Registrierung

Erstens: Ist das Inkassounternehmen im Rechtsdienstleistungsregister (rechtsdienstleistungsregister.de) eingetragen? Diese Prüfung kostet zwei Minuten und entlarvt Fake-Inkasso sofort. Zweitens: Hat das Schreiben eine ladungsfähige Anschrift, Telefonnummer und ein Aktenzeichen? Drittens: Wird der ursprüngliche Gläubiger klar benannt – und kennen Sie ihn? Bei unbekannten Gläubigern: Belege anfordern, nicht zahlen.

Punkte 4–5: Forderung und Kosten

Viertens: Ist der Forderungsgrund konkret (Vertrag vom …, Rechnung Nr. …)? Bei Verträgen müssen die wesentlichen Daten genannt sein. Fünftens: Ist die Kostenaufstellung nachvollziehbar – Hauptforderung, Verzugszinsen, Inkassokosten getrennt ausgewiesen? Inkassokosten sind gesetzlich gedeckelt; Fantasiepositionen wie „Kontoführungsgebühr“ sind ein Warnsignal und nicht zu zahlen.

Punkt 6: Fristen und Zahlweg

Sechstens: Sind die Fristen realistisch (üblich: 10–14 Tage) und führt der Zahlweg zu einem deutschen Geschäftskonto bzw. einem regulierten Zahlungsportal? 48-Stunden-Ultimaten, Gutscheinkarten oder Auslandskonten ohne erkennbaren Grund sind klassische Betrugsmerkmale. Besteht das Schreiben alle sechs Prüfungen, ist die Forderung mit hoher Wahrscheinlichkeit echt – dann gilt: zeitnah zahlen oder begründet widersprechen.

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